Friedensandacht im Juni

Friedensandacht im Juni 2021

„Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen“

So lautet der Monatsspruch für den gerade begonnen Monat Juni. Es ist ein Vers aus der Apostelgeschichte.
Dort wird im 5. Kapitel davon erzählt, wie Petrus und andere Apostel zum Verhör vor den Hohen Rat geführt werden, weil sie trotz Gefängnis und strenger Verbote weiter von Jesus Christus , dem Auferstanden erzählen und sich zu ihm bekennen. Der Gekreuzigte ist nicht bei den Toten geblieben, sondern er ist auferstanden und bei seinem himmlischen Vater.
Die Apostel haben den Auftrag von ihren Erlebnissen und Erfahrungen mit ihm zu berichten und seine Lehre von Gottes Liebe und Barmherzigkeit weiter zu geben.
Das was er in Gleichnissen und Reden, zum Beispiel in der Bergpredigt verkündet hat, soll auch als Maßstab für das Zusammenleben der Menschen gelten, damit es gelingt:
 
Keine Gewalt anwenden, sich für Gerechtigkeit einsetzen, barmherzig miteinander umgehen, der Wahrheit folgen, Frieden stiften.
 
So zu leben, kann auch zur Folge haben verfolgt, beschimpft und getötet zu werden. Viele Machthaber und Mächtige haben ganz andere Vorstellungen. Sie schrecken nicht vor Lügen, Ungerechtigkeit, Gewalt und Krieg zurück, um ihre Interessen durchzusetzen.
 
Vor einem Monat wurde an die Geschwister Scholl und die Widerstandsgruppe der Weißen Rose gedacht, die sich dem unmenschlichen und grauenhaften Regime der Nationalsozialisten entgegenstellten und dafür hingerichtet wurden.
Sophie Scholl hat dies auch aus einer tiefen christlichen Überzeugung heraus getan. Sie hat Gott mehr gehorcht, als den damaligen Machthabern.
 
Wir leben heute in einer Demokratie und einem Rechtsstaat. Dafür dürfen wir dankbar sein. Wir müssen aber darauf achten, dass die Grundrechte für alle Menschen in unserem Land geschützt und bewahrt werden.
Als Christen sollen wir uns auch heute allen entgegenstellen, die diese Demokratie bedrohen und die andere Menschen wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Glaubens herabwürdigen und beleidigen.
 
Gehorchen kann man nicht nur Regierenden, sondern auch Stimmungen und Meinungen die verbreitet werden und die Hass und Misstrauen untereinander verbreiten.
Gehorchen kann man auch einer größeren Gruppe in der Schule oder an der Arbeit, oder sonst im Alltag die es auf einen Einzelnen abgesehen hat, der schwach oder anders ist als die Mehrheit.
 
Gott mehr zu gehorchen, bedeutet dann, einzuschreiten, Partei zu ergreifen. Dem Hass entgegentreten, den Schwachen beistehen und sie verteidigen.
Das kostet Überwindung und erfordert Kraft und Mut.
Darum können wir Gott bitten.
Sein auferstandener Sohn Jesus Christus und sein Heiliger Geist werden bei uns sein und uns stärken.
 
Horst Hartwig
 
 
Gebet (Landesjugendkammer der evangelischen Jugend Hannover 2008)
 
Hände die halten sind wunderbar
Vater, wir danken dir,
dass du uns Menschen an die Seite stellst, die uns halten.
Sie stützen uns mit Worten und Taten.
Dazu setzen sie ihre Hände ein:
 
Hände, die halten,
Hände, die geben.
 
Vater, wir danken dir,
dass es Menschen gibt,
die ihre Hände als Werkzeuge des Friedens gebrauchen,
die Menschen miteinander versöhnen,
die Menschen segnen und ihnen Frieden geben.
 
Hände die begütigen,
Hände, die segnen.
 
Vater in deine Hände legen wir unsere Hände.
Wir danken dir, dass du sie umhüllst.
Amen

Zurück