Friedensandacht

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind !

So heißt der Monatsspruch für den jetzt beginnenden Februar 2021.

Es ist ein Vers aus dem 10. Kapitel des Lukas-Evangeliums.

Jesus hatte seine Jünger, ausgesandt, um das Evangelium zu verkündigen und Kranke zu heilen. Ein gefährlicher Auftrag, denn die Jünger waren alleine unterwegs und wussten nicht was sie erwartete. Jetzt kehren sie zurück und berichten voller Freude Jesus von ihren Erfolgen. Sogar böse Geister konnten sie im Namen Jesu bezwingen. Jesus freut sich auch mit ihnen, doch er setzt einen ganz anderen Schwerpunkt. Nicht die gelungenen Taten sind das entscheidende, sondern dass die Jünger aufgehoben und geborgen sind bei Gott. Ihre Namen sind im Himmel verzeichnet.

Wie ist es mit uns? Erfolge sind wichtig und wir freuen uns sehr darüber, wenn uns etwas gelingt. Wenn wir in der Schule gute Noten bekommen, wenn wir im Beruf erfolgreich sind und wenn wir den Alltag erfolgreich bewältigen. Gerade jetzt in dieser Zeit, wenn wir ganz allmählich hoffentlich Erfolge in der Bewältigung der Corona-Krise sehen. Doch was ist, wenn die Erfolge ausbleiben? Wenn ich nicht auf der Seite der Gewinner stehe, sondern mit Misserfolgen und Rückschlägen zu kämpfen habe? Woher nehme ich die Kraft, einen neuen Anlauf zu nehmen, um die Aufgaben, die vor mir liegen zu bewältigen?

Es ist gut, wenn es dann andere Menschen gibt, zu denen ich gehen kann, die mich nicht an meinen Erfolgen messen, sondern so annehmen wie ich bin. Jesus ist sehr oft Menschen in dieser Weise begegnet und hat ihnen Kraft und Mut gegeben. Seinen Jüngern hat er mit unserem Monatsspruch gesagt, dass ihre Namen im Himmel verzeichnet sind, dass sie immer geborgen sind bei Gott. Ich glaube, dass das auch für uns gilt. Bei all den Unsicherheiten und Ängsten, die jetzt nach fast einem Jahr mit der Corona-Krise hinter uns liegen und die noch auf uns zukommen, können wir darauf vertrauen, dass auch wir von Gottes Liebe begleitet und getragen werden. Mir fällt dazu die Geschichte von den Spuren im Sand ein, die Margret Powers erzählt:

Sie sieht sich im Traum ihren Lebensweg mit Jesus am Strand abgehen. Ihre Fußabdrücke und seine. Doch bei genauerem Hinsehen entdeckt sie an manchen Stellen nur eine Fußspur. Und das ausgerechnet in den schwersten Abschnitten ihres Lebens. Vorwurfsvoll wendet sie sich an Jesus und beklagt, dass er sie ausgerechnet da, wo sie ihn am meisten gebraucht hätte, alleine gelassen hat. Er antwortet: Da wo nur eine Spur zu sehen ist, habe ich dich getragen. Mit dieser Gewissheit können auch wir die Herausforderungen, die an uns gestellt werden, angehen. Hoffentlich erfolgreich, in jedem Fall aber getragen von Gottes Liebe. Wenn nur Erfolge und Stärke das Wichtigste im Leben wären, dann wäre auch die Freude sehr begrenzt und andere Gefühle wie Neid und Missgunst würden sich verbreiten. Die Gesellschaft würde auseinander fallen in Gewinner und Verlierer, der soziale Friede in unserem Land wäre sehr stark bedroht.

Manche Untersuchungen weisen darauf hin, dass diese Gefahr besteht und sie als Folge der Corona-Krise noch zunimmt. Ich denke zum Beispiel an die Unterrichtsausfälle und Einschränkungen, die vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien hart treffen. Umso wichtiger ist es, die Menschen um uns im Auge und Herzen zu haben, aufeinander zu achten, zu helfen wo wir können und den Frieden zu bewahren.

Amen

 

Wir beten um den Frieden :

Lieber himmlischer Vater, wir danken Dir, dass Du uns auch durch diese Zeit trägst.

Wir bitten Dich um Frieden in unseren unsicheren und ängstlichen Herzen.

Wir bitten Dich um Frieden in den Familien, die besonders unter den Einschränkungen der Corona-Krise zu leiden haben.

Wir bitten Dich auch um Frieden in den Kriegs- und Konfliktgebieten dieser Welt von denen wir jetzt nur wenig hören, in Syrien, in der Ukraine und aktuell im für uns so fernen Myanmar.

Amen

 

Vertrauen wagen, dürfen wir getrost, denn du, Gott, bist mit uns, dass wir leben.

So fängt das Lied Nr. 607 im Gesangbuch an, dass wir leider nicht in dieser Andacht zusammen singen können.

In diesem Vertrauen können wir aber in die jetzt vor uns liegenden Monat gehen.

Es segne uns der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen

 

Horst Hartwig

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